Freitag, Juli 03, 2009

Glucke

Elina ist mit dem Kindergarten eine Nacht zum Zelten gefahren. Erst fand ich die Idee super aber als es dann ans Packen ging wurde mir dann doch irgendwie anders. 80 km von hier weg, soviele Kinder ohne Eltern und Zelten bei der Hitze und den Unwetterwarnungen. In zwei Stunden sind sie wieder da. Wahrscheinlich hundemüde, dreckig und sehr wahrscheinlich sehr glücklich und aufgedreht. Eigentlich bin ich gar nicht so gluckig aber das hat mich echt fertig gemacht.

Mittwoch, Juli 01, 2009

Konzert

Gestern war ich auf dem Konzert von ihm. Vor einiger Zeit habe ich eines seiner Lieder im Netz gehört und war gleich fasziniert von dieser Stimme und vor allem davon, wie echt er seine Musik rüber bringen kann. Das Konzert war super - nur er und seine Gitarre ohne irgendwelchen Schnickschnack.

Mittwoch, Juni 24, 2009

Kindermund

"Elina, was gab es denn heute im Kindergarten zu essen?"
"Hm, ich weiß nicht mehr so genau ich glaube das hieß Unkraut"
"Unkraut????? Meinst Du vielleicht grüne Soße"
"Nee, die ist ja grün, das war so rot irgendwie"
"Rote Bete vielleicht?"
"Ja, genau so hieß das Unkraut und war übrigends voll eklig"

kurzes Update

Lange Zeit war es hier sehr still. Irgendwie hatte ich zwischenzeitlich mal das Gefühl mir wächst hier alles über den Kopf. Die Praxis lief erstaunlich gut an und nebenbei arbeite ich ja auch noch zwei vormittage die Woche im örtlichen Spielkreis. Irgendwie hatte ich permanent das Gefühl ich werde keinem mehr gerecht und ich schleppte permanent eine riesen Portion schlechtes Gewissen mit mir rum. Jetzt mit ein bischen Abstand muss ich mir eingestehen, dass der Druck der letzen Monate wohl doch einfach zu viel war. Passend dazu erreiche ich in der Praxis das Sommerloch. Was zwar wiederum die Angst vor dem Scheitern aufkommen lässt aber mir auch die Zeit lässt die Dinge in Angriff zu nehmen, die ich eigentlich schon längst hätte machen sollen. So entwarf ich endlich ein Konzept für meine Kurse zum Thema Klangreisen und Progessive Muskelentspannung und schrieb dazu auch gleich einen Artikel für die örtliche Zeitung.

Wolfram war eine Woche in den USA, was für Elina sehr hart war aber für uns die Sicht auf einige Dinge verändert hat. Manchmal tut es ganz gut nicht permanent aufeinander zu hocken, wobei das bei uns ja eigentlich sowieso eher selten der Fall ist. Elina stottert seit dem wieder. Bei den letzten Geschäftsreisen fing schon damit an, sobald er länger als zwei Nächte unterwegs war. Das schlimme für mich ist dabei, dass ich ihr nicht helfen kann. Ich erkläre ihr x mal wo der Papa ist und wann er wieder kommt aber irgendwie hat sie trotzdem immer und immer wieder die Angst das er eben nicht mehr zurück kommt.

Tja und dann nagt da noch eine andere Sache an mir. Ich dachte ich hätte eine gute Freundin gefunden und musste die letzten Wochen aber feststellen, dass die Freundschaft nur genau so lange eng war, bis gewisse Dinge geregelt waren. Ich fühle mich so ausgenutzt und ärgere mich auch darüber, dass ich das nicht habe kommen sehen.

Samstag, Mai 16, 2009

Kindermund

Wir treffen den Pfarrer beim Spazierengehen, grüßen beide und als er ein paar Meter weiter war, fragt Elina: "Mama, das war doch der - kurze Denkpause - Gott, oder?".

Donnerstag, Mai 14, 2009

Erinnerungen

Ich lese gerade ein Buch welches mich gut 8 Jahre zurück versetzt: Gut gegen Nordwind, eine wunderschöne email-Liebesgeschichte. Dieses Buch beschreibt so gut wie faszinierend und aufregend es ist, jemanden vorerst nur anhand seines Schreibstiles kennen zu lernen. Es beschreibt, wie abhängig man sich vom Computer und diesem kleinen email-Symbol macht, welches aufblinkt sobald eine neue Nachricht eintrifft. Es beschreibt die Ängste vor dem ersten realen Treffen. Es beschreibt wie einfach und gleichzeitg kompliziert es sein kann, wenn man sich in das geschriebene Wort verliebt und nicht weiß ob die Person in natura tatsächlich genauso ist wie seine geschriebenen Worte. Wenn in der realen Welt eine Beziehung besteht und man einfach nicht weiß ob man sich da in etwas verannt hat.

Vor gut 8 Jahren haben wir angefangen uns mails hin und her zu schicken. Später haben wir nächtelang gechattet. Immer war da die Angst, dass das alles in natura nicht so sein kann. Die Angst vor dem ersten Treffen ja sogar vor dem ersten Telefonat war unglaublich groß. Was, wenn er ganz anders klingt als er schreibt? Was wenn er mir total unsympatisch ist, wenn er mir gegenüber steht? Was wenn danach keine schon so vertrauten emails meine Mailbox füllen? Und dann war da gut ein halbes Jahr später das erste kurze Telefonat und kurz darauf das erste Treffen. Der erste Blick in die Augen, die ersten Minuten der absoluten Unsicherheit und dann war klar, dass die geschriebenen Worte den realen Worten um nichts nachstehen...

Zwei Sätze vom Klappentext von Daniel Glattauers "Gut gegen Nordwind" mag ich zitieren weil sie so schön auf unsere Geschichte passen: >>Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist küssen mit dem Kopf.<<

Sonntag, Mai 03, 2009

Selbsrelfektion

Als ich gestern bei den Schwiegereltern im Garten lag und den Blättern bei ihrem Tanz im Wind zuschaute, hatte ich plötzlich das Gefühl gut 8 Jahre zurück versetzt zu werden. Damals lagen wir frisch verliebt Händchen haltend im Garten, genossen jede Minute die wir miteinander verbringen konnten. Ich fragte mich, was ist passiert seit dem? Und auf einmal wurde mir klar das von der Business-Frau von damals nicht mehr viel übrig geblieben ist. Vom Workaholic zur Vollzeitmama und Hausfrau, über eine lange Zeit der Perspektivlosigkeit, über die HPP-Ausbildung zur Freiberuflerin. Ziemlich viel Veränderung für eine so kurze Zeit und eigentlich kein Wunder das dieses Tempo niemand so recht mithalten kann. Ich glaube, teilweise konnte ich es selbst nicht wirklich. Irgendwie war der Fuss immer auf Vollgas und jetzt muss ich erst wieder lernen, auch mal die Bremse zu benutzen. Lernen die kleinen Dinge zu genießen und mir Zeit für mich selbst nehmen.

Mittwoch, April 29, 2009

schlechter Tag

Wenn der Tag schon so anfängt, dass man beim Blick in den Spiegel feststellt, dass ein Auge dick geschwollen ist, kann es eigentlich nur besser werden - dachte ich zumindest.

2 1/2 Stunden saß ich beim Augenarzt im Wartezimmer. Nach zwei Stunden kam eine Sprechstundenhilfe und fragte mich, ob ich denn nicht heute nachmittag wieder kommen könnte, die Ärztin würde das nicht mehr schaffen. Soviel Unverschämtheit auf einmal habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Wie auch immer ich kam dann gnädigerweise doch noch dran und ging mit einem Privatrezept wieder raus.....

Am Nachmittag hatte ich einen Termin in der Praxis, der etwas aufwändiger in der Vorbereitung war. Ich war pünktlich fertig und was passierte? Nichts! Die Patientin kam einfach nicht und rief noch nicht mal an.